Ausgangslage
Seit über 15 Jahren leistet die Invalidenversicherung (IV) kollektive Leistungen an Institutionen
im Suchtbereich. Dies betrifft vor allem stationäre Angebote der Rehabilitation. Die
Beitragspraxis der IV muss sich im Rahmen der Gesetzgebung (IVG) und der Rechtsprechung
des Eidg. Versicherungsgerichtes (EVG) bewegen.
Das EVG hält seit den sechziger Jahren fest, dass (Drogen-)Sucht nicht für sich allein,
sondern nur in Verbindung mit einem die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden geistigen oder
körperlichen Gesundheitsschaden mit Krankheitswert, der zur Sucht geführt hat oder als deren
Folge aufgetreten ist, eine Invalidität gemäss Art. 4 IVG begründen kann.
Gemäss IVG gilt als Invalidität die durch einen körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden
als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit. Gemäss WHO und auch gemäss
EVG hat Sucht Krankheitswert. Die geltende Rechtsprechung des EVG schliesst jedoch
grundsätzlich aus, dass Sucht per se eine Invalidität begründen kann.
Es geht nicht darum, jede drogenkonsumierende Person zu invalidisieren. Es gilt jedoch zu
prüfen, ob nicht Menschen, die wegen ihrer Suchtmittelabhängigkeit eine längerdauerende
Erwerbseinschränkung aufweisen, aufgrund theoretischer Überlegungen zu Unrecht von
Leistungen der Invalidenversicherung ausgeschlossen werden. Dieser Ausschluss wiederum
wirkt sich auf ganze Institutionen im Suchthilfebereich aus, da diese nur dann kollektive Leistungen
von der IV erhalten, wenn mindestens 50% ihrer Bewohner und Bewohnerinnen die
Kriterien des Art. 4 IVG erfüllen.
Unser Ziel ist es, dass der Zusammenhang von Invalidität und Sucht von Fachexperten und
Fachexpertinnen gemäss heutigem Stand der Wissenschaften aufgearbeitet wird.

Das ganze geht dann hier weiter:19980630_rapport_syntheseAl