Fast jeder Zehnte der 18- bis 39-Jährigen hat im vergangenen Jahr mindestens einmal eine illegale Droge genommen. Dies geht aus dem Jahresbericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) hervor. Etwa jeder fünfte Drogenkonsument, der sich in Europa in Behandlung gibt, ist jedoch inzwischen älter als 40, in manchen Ländern ist es fast jeder dritte, heißt es im Jahresbericht der EU-Drogenbeobachtungsstelle. Ein Grund hierfür sei die «Heroin-Epidemie» der 1980er-Jahre. In dieser Zeit wurden viele Jugendliche abhängig, die nun körperlich deutlich gealtert sind – mit den entsprechenden Folgekosten für die Gesundheitssysteme. Die Behandlung von Älteren sei teuer, weil sie besondere Therapien benötigten. «Ein 40-jähriger Heroinabhängiger braucht eine Behandlung wie ein 60-Jähriger, weil sein Körper so schnell gealtert ist», sagte der Leiter der EU-Drogenbeobachtungsstelle, Wolfgang Götz. Viele hätten eine lange Drogenkarriere mit Entzug und Gefängnis hinter sich. Oft seien sie mit HIV oder Hepatitis infiziert und alkoholabhängig. «Da reicht es nicht, eine Ersatzsubstanz zu geben», sagte Götz. «Da ist die Geriatrie gefragt.»

Am weitesten verbreitet ist bei den 18- bis 39-Jährigen Cannabis. Mit 9,3 Prozent liegt der Wert für 2009 um 0,1 Punkte höher als bei der letzten Erhebung 2006. «Die Verbreitung illegaler Drogen scheint aber insgesamt nicht zu steigen», sagte DBDD-Leiter Tim Pfeiffer- Gerschel. In Deutschland kamen 1331 Menschen durch den Konsum illegaler Drogen ums Leben. Das ist ein Rückgang um 8 Prozent im Vergleich zu 2008. Das Durchschnittsalter eines Drogentoten beträgt Pfeiffer-Gerschel zufolge 36 Jahre.

An erster Stelle des europaweiten Drogenkonsums steht nach wie vor Cannabis, mit dem sich jährlich etwa 23 Millionen Menschen berauschen. Der Konsum sei aber rückläufig. Rund 14 Millionen Europäer nehmen Cocain, zwei Millionen Amphetamine. Die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans zeigte sich vor allem zufrieden mit den Konsumzahlen von Cocain, die in Deutschland «vergleichsweise niedrig» seien. Sie forderte, insbesondere die Verbreitung neuer synthetischer Drogen aufmerksam zu beobachten.

 

quelle:http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=35922

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